Lese-Rechtschreib-Schwäche

Leseschwäche Rechtschreibschwäche Legasthenie Schüler schreibt an Tafel

Etwa fünf bis zehn Prozent der Kinder in Deutschland leiden unter einer mehr oder minder starken Form von Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS). Die offziellen Angaben variieren stark, da eine sehr hohe Dunkelziffer vermutet wird. Meist sind die Leistungen von LRS-Kindern in anderen Schulfächern wie beispielsweise Mathematik durchschnittlich bis gut. Aber wenn es ans Schreiben geht, verwechseln sie Laute, vertauschen Buchstaben oder verkürzen Wörter. Früher wurden Kinder mit einer Lernschwäche schnell als Klassendepp abgestempelt und hatten kaum mehr eine Chance auf einen höheren Bildungsabschluss. Heute weiß man, dass Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Dyskalkulie (Rechenschwäche) einer guten Berufsausbildung nicht im Wege stehen muss.

Symptome für Lese-Rechtschreib-Schwäche sind beispielsweise auffällig häufige Fehler beim lauten Vorlesen, Probleme bei der Verschmelzung von Einzellauten zu Lautfolgen und Worten, im Diktat die Verwechslung ähnlicher Buchstaben (“dlau” statt “blau”) oder Laute (“krün” statt “grün”), beim Schreiben die Auslassung von Buchstaben und ganzen Wörtern sowie überhaupt kein Interesse am Lesen von Büchern. Oft verfügen LRS-Kinder über einen verhältnismäßig dünnen Wortschatz und leiden und Konzentrationsschwierigkeiten.

Wenn Eltern eine Lese-Rechtschreib-Schwäche bei ihrem Kind vermuten, sollten sie das möglichst frühzeitig von einer anerkannten Stelle abklären lassen. Denn damit beugen sie einer Stigmatisierung ihres Kindes vor und ermöglichen geeignete Fördermaßnahmen, die besser greifen, je früher mit ihnen begonnen wird. Die richtigen Ansprechpartner sind hierfür beispielsweise Erziehungs-Beratungsstellen, Psychologische Praxen oder der Schulpsychologische Dienst.

Bevor Kinder eine Therapie beginnen – was dringend empfohlen wird – sollten die Eltern sich eingehend informieren und verschiedene Angebote einholen. Insbesondere sollten sie überprüfen, über welche therapierelevanten Zusatzqualifikationen der Therapeut verfügt. Hilfe bei der Entscheidung leistet beispielsweise der Bundesverband für Legasthenie und Dyskalkulie (www.bvl-legasthenie.de).

 

Diese Seite verwendet Cookies zur kontinuierlichen Verbesserung unserer Webseiten. Mit der weiteren Nutzung erklären Sie hierzu Ihr Einverständnis.