Waldorfschule: Schulabschluss und Waldorfabschluss

Zeugnisse und Noten an der Waldorfschule

An Waldorfschulen gibt es – zumindest bis zur zehnten Klasse – keine klassischen Zensuren. In Zeugnissen werden der individuelle Lernfortschritt und das Bemühen des Schülers möglichst detailliert abgebildet. In jährlichen Berichtszeugnissen in Wortform erhalten die Eltern einen ausführlichen Einblick in die verschiedenen Unterrichtsinhalte und die individuellen Entwicklungsschritte ihres Kindes. “Sitzenbleiben” ist in der Waldorfschule nicht möglich.

Ab der zehnten Klasse gibt es auch in der Waldorfschule neben dem Berichtszeugnis eines mit klassischen Schulnoten. In der Mittelstufe sind neben Tests auch Präsentationen der Schüler vor dem Klassen- bzw. Schulverband wie Referate oder künstlerische Darstellungen üblich.

Abschluss: Quali, Mittlere Reife, Abitur

Grundsätzlich kann an Waldorfschulen jeder staatliche Schulabschluss absolviert werden. Mit einigen Unterschieden zwischen den Bundesländern sind dies im Allgemeinen der Haupt- und Realschulabschluss ebenso wie das Abitur und/oder die Fachhochschulreife. Der an einer Waldorfschule erlangte Abschluss ist demjenigen einer staatlichen Schule völlig gleichgestellt. In allen Bundesländern, in denen zentrale Abiturprüfungen eingeführt wurden, bearbeiten Waldorfschüler exakt die gleichen Aufgaben wie alle anderen.

Ein Großteil der Schüler an deutschen Waldorfschulen legt den mittleren Schulabschluss ab, etwa die Hälfte erlangt das (Fach-)Abitur. Letzteres wird in fast allen 16 Bundesländern als externe Prüfung abgenommen, in einigen Bundesländern auch die Mittlere Reife. Laut Bund der freien Waldorfschulen liegt der Anteil an Waldorfschülern, die einen Abschluss der Sekundarstufe II erreichen, “deutlich höher als an staatlichen Schulen”.

Waldorfabschluss

An vielen Waldorfschulen legen  die Schüler zudem einen eigenen Waldorfabschluss ab.  Dessen Inhalt sind im Wesentlichen eine Jahresarbeit in der elften oder zwölften Klasse, ein künstlerischer Abschluss der Fächer Eurythmie, Musik und bildender Kunst, ein selbst inszeniertes Schulspiel als abendfüllendes Theaterstück in Klasse elf oder zwölf sowie eine so genannte Kunstreise in der zwölften Klasse, die an manchen Schulen mit einer sozialen Projektarbeit verbunden wird. Einen staatlich anerkannten eigenen Waldorfabschluss gibt es jedoch bisher noch nicht. Der Waldorfabschluss wird am Ende der zwölften Klasse abgelegt. Das 13. Schuljahr dient in der Regel der gezielten Vorbereitung auf das Abitur.

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