Schulreif im Wald?

In den vergangenen Jahren ist eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien entstanden, welche die Korrelation von Waldkindergärten und Schulreife untersucht haben – mit erstaunlichen Ergebnissen. Man vermutete, dass Kinder, die drei Jahre lang den überwiegenden Teil des Tages mit freiem Spiel unter freiem Himmel verbracht haben, gegenüber Kindern aus anderen Einrichtungen benachteiligt wären. Gerade Fähigkeiten wie geschickt mit einer Schere schneiden oder einen Stift in angemessener Schreibhaltung halten befürchtete man, würden bei Waldkindern zu wenig gefördert.

Diese Befürchtungen konnten jedoch als haltlos bewiesen werden. Im Gegenteil, so scheint es, sind ehemalige Waldkinder ihren Klassenkameraden, die andere Kindergärten besucht haben, in vielerlei Hinsicht bevorteilt. Offenbar hat der Besuch eines Waldkindergartens einen positiven Einfluss auf die Schulleistungsfähigkeit eines Kindes. Erstklässler, die ihre Vorschulzeit in der Natur verbracht haben, sind demnach im Durchschnitt motorisch fitter, kognitiv leistungsfähiger und sozial verträglicher als Kinder aus Regelkindergärten. Siehe dazu unter anderem die empirische Studien von Dr. Peter Häfner (www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/3135) und die Schriften des Erziehungswissenschaftlers Prof. Roland Gorges (Gorges, Roland: Der Waldkindergarten – ein aktuelles Konzept kompensatorischer Erziehung. In: Unsere Jugend – Die Zeitschrift für Studium und Praxis der Sozialpädagogik, Heft 6, 2000).

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