Lernen zuhause mit Montessori-Material

Kleines Mädchen lernt fleißig und füllt Arbeitsblätter nach Montessori-Pädagogik aus

Wie kann ich mein Kind motivieren, damit es zuhause zügig, konzentriert, optimistisch und gut gelaunt seine Hausaufgaben erledigt, gerne zuhause lernt? Diese Frage beschäftigt Eltern, die nach Wegen suchen, um die nicht selten emotionsgeladene „Hausaufgabenfront“ in eine entspannte Lernatmosphäre zu verwandeln. Gerade in Zeiten der Pandemie ist Lernen zuhause eine brisante Kernthematik geworden. “Echte Hingabe an eine Sache ist nur mit Freiheit möglich”, sagt Maria Montessori. Wie passen notwendige Schularbeiten dazu? Wie lässt sich der Montessori-Gedanke auf das Lernen zuhause übertragen?

Die vorbereitete Umgebung

„Freiheit ohne Organisation der Arbeit wäre nutzlos“, ist das Credo der italienischen Ärztin und Pädagogin Maria Montessori. Sie prägte vor über 100 Jahren den Begriff  der “vorbereiteten Umgebung“ als entscheidende Voraussetzung für selbstständiges und selbstbestimmtes Lernen.

Gut organisierter Arbeitsplatz

Zur vorbereiteten Umgebung, von der Maria Montessori spricht, gehört der gut organisierte und übersichtlich strukturierte Arbeitsplatz. Dieser ist auch heute noch entscheidend, damit Lernen zuhause gelingt.

Idealerweise steht der im besten Fall “mitwachsende” Schreibtisch an einem freundlichen, hellen, ruhigen Platz, der gelüftet werden kann. Es sollte die Möglichkeit bestehen, diesen Standort für die Lernzeit gegen Ablenkungen behutsam abzuschirmen. Praktische Helfer sind größenangepasste Ordnungshelfer wie übersichtlich gestaltete Regale und Materialschränke.

Kinder und Jugendliche haben hier teils unterschiedliche Bedürfnisse. Während sich Kleinere meist in einem komplett separierten Zimmer nicht wohlfühlen würden, weil sie die räumliche Nähe zur Familie brauchen, möchten Jugendliche ihre Türe schließen und ungestört für sich sein können. In jedem Fall sollte der Platz als geschützter Raum störungsfreies Lernen ermöglichen.

Ordnung als ganzheitliches Konzept

„Die vorbereite Umgebung“ basiert auf keinem starren Prinzip, sondern ist flexibel ausgerichtet, orientiert sich an den jeweiligen Entwicklungsstufen des Kindes und seinen individuellen Bedürfnissen. „Man muss die Umgebung des Kindes so anpassen, dass es darin alle Elemente findet, die für die Abschnitte seiner Entwicklung notwendig sind, verweilen und die erforderliche Hilfe finden kann“, erläutert Maria Montessori. Ihr Fazit: „Nicht das Kind soll sich der Umgebung anpassen, sondern wir sollten die Umgebung dem Kind anpassen.“

Der optimale Arbeitsplatz für ein Schulkind sollte gut erreichbar, die Möbel funktional, bequem und auf die Größe des Kindes zugeschnitten sein. Gut geordnete Materialien, Medien, Hilfsmittel und Handwerkszeug, benötigen einen festen Platz, damit Lernende sich eigenständig zurechtfinden und selbstbestimmt loslegen können. Nach Montessori führt äußere Ordnung zu innerer Ordnung.

Selbstständiges Lernen mit Montessori-Material

„Selbsttätigkeit führt zu Selbstständigkeit“ – diesem Leitsatz von Maria Montessori folgend, sollte man Kinder und Jugendliche unterstützen, ihre eigenen Lernstrategien zu entwickeln und umzusetzen. Welche Aufgaben nehme ich mir in welcher Reihenfolge vor, wie viel Zeit und wie viele Pausen plane ich für das Lernen zuhause ein, wann benötige ich Hilfe? – Mit diesen Fragestellungen sollte sich der Lernende selbst auseinandersetzen, um für sich eine passgerechte Herangehensweise und das angemessene Tempo zu finden.

Nach Montessori gibt es während der Kindheit vier sensible Phasen zum Erwerb von bestimmten Fähigkeiten:

  • Bis zum Alter von drei Jahren die Sensibilität für Ordnung und Bewegung
  • von drei bis sechs Jahren die Sensibilität für Bewusstseinsentwicklung und soziales Zusammenleben
  • von sechs bis zwölf Jahren die Sensibilität für neue soziale Beziehungen
  • von zwölf bis 18 Jahren die Sensibilität für Gerechtigkeit und Menschenwürde

Maria Montessori erläutert: „Die innere Empfänglichkeit bestimmt, was aus der Vielfalt der Umwelt jeweils aufgenommen werden soll und welche Situationen für das augenblickliche Entwicklungsstadium die vorteilhaftesten sind.“ Unter Berücksichtigung verschiedener Entwicklungsstufen und Phasen die Kinder und Jugendlichen bei ihrem eigenständigen Selbstmanagement behutsam zu begleiten – das ist die herausfordernde und bereichernde Aufgabe der Erwachsenen, die dabei viel von den jungen Menschen lernen können.

Lern-Apps, haptisches Montessori-Material und Arbeitsblätter

Das überschaubar gestaltete Montessori-Material soll die Lernenden anregen, es aktiv und eigenständig zu benutzen, bei Schwierigkeiten selbst die Fehlerkontrolle vornehmen zu können und eine ansprechende Ästhetik besitzen.

Diese grundlegenden Eigenschaften fließen auch in hochwertige Lern-Apps ein, von denen es inzwischen ein großes Angebot zu zahlreichen Wissensgebieten, Sprache und Mathematik gibt. Technikgestütztes Material ist eine zeitgemäße Ergänzung für das Lernen zuhause.

Dennoch bleiben auf die Montessori-Pädagogik abgestimmtes haptisches Material, Lernspiele und nach dem Montessori-Gedanken übersichtlich gestaltete Arbeitsblätter unverzichtbar für eine ganzheitliche und selbstbestimmte Wissensaneignung. Handschriftlich Wörter und Zahlen zu fixieren oder Schreibschwünge zu üben, regt die Vorstellungskraft an, fördert die Feinmotorik und das gute Zusammenspiel beider Gehirnhälften, ist eine zutiefst sinnliche Erfahrung, die Denkprozesse in Gang setzt, dem Kind nach Montessori „den Schlüssel zur Welt“ selbst finden lässt.

Text: Veronika Vogel

Montessori-Material – Schlüssel zur Welt

Montessori-Schule und Montessori-Kindergarten

Ohne (intrinsische) Motivation geht nichts

 

 

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