So stärke ich das Selbstbewusstsein meines Kindes

Glückliches Kind voller Selbstbewusstsein jubelt beim Hüpfen

Mit einer guten Portion Selbstbewusstsein geht man leichter durchs Leben. In der Theorie ist das jedem klar. Aber was tun, wenn mein Kind sich nichts zutraut, kritikunfähig ist oder Versagensängste hat? Sein Selbstbewusstsein gezielt aufbauen! Die großen Ferien bieten dafür eine ideale Zeit. Diese Tipps helfen:

Ohne Selbstvertrauen keine Erfolge in Schule und Freizeit

Schulische Misserfolge, soziale Ausgrenzung, erlebte Ungerechtigkeit und ein überanspruchsvoller innerer Kritiker – all das sind große Feinde eines gesunden kindlichen Selbstbewusstseins. Doch ohne Selbstbewusstsein kann ein Kind kein Selbstvertrauen entwickeln und ohne Selbstvertrauen nicht den Mut aufbringen, sich neuen Herausforderungen zu stellen und unbekannte Lerninhalte zu erarbeiten. Umso schwieriger fällt es dem Kind, in der Schule erfolgreich zu sein. Damit wird ein Teufelskreis losgetreten. Denn ständige Misserfolge schwächen das Selbstbewusstsein noch mehr.

Schuld an allem ist der so genannte innere Kritiker. Er ist ständig auf der Suche nach eigener Unfähigkeit, klappert unser Verhalten, unsere Sätze und Taten nach Fehlern ab. Dabei erledigt er seine Aufgabe so geschickt, dass uns seine Kritik gerechtfertigt erscheint. Damit schwächt er unser Selbstwertgefühlt, unsere Selbstachtung und unser Selbstvertrauen.

Der innere Kritiker bekämpft das Selbstbewusstsein

Dieser innere Kritiker entsteht in den ersten Lebensjahren. Er frisst sich an Kritik von außen satt, wächst und wächst daran. Vor allem Eltern und andere Erwachsene geben dem inneren Kritiker zu fressen, indem sie ein Kind – bewusst oder in der meisten Zeit auch unbewusst! – auf seine Fehler und Schwächen aufmerksam machen. Wie schnell ist ein „Lass mich das besser machen, sonst fällt es dir noch runter!“ gesagt, ein „Immer musst du so laut sein“ geschimpft oder ein Porzellanteller aus der balancierenden Kleinkinderhand gerissen. Doch mit all diesen Aktionen speichert das Kind vor allem eines ab: „Ich habe etwas falsch gemacht, ich bin nicht gut genug“.

Im Idealfall gibt man dem inneren Kritiker von Anfang an nicht viel zu essen, indem Eltern sich ihre Reaktionen auf das kindliche Tun bewusst machen, immer wieder hinterfragen und gegebenenfalls korrigieren. Das Beste, was Eltern ihren Kleinkindern mit auf den Weg geben können, ist das Urvertrauen. Die Sicherheit, dass ich geborgen und liebevoll unterstützt werde bei allem, was ich auch tue, lässt mich mutig der Welt begegnen.

So können Eltern das Selbstbewusstsein ihrer Kinder stärken

Doch auch wenn die Kleinkindphase nun schon vorbei ist und sich der innere Kritiker bereits zu einem ansehnlichen Bürschchen gemausert hat, gibt es hilfreiche Tipps, wie Eltern das Selbstbewusstsein ihres Kindes stärken können.

  1. Positive Motivation

Das wichtigste ist: Vermitteln Sie Ihrem Kind immer folgende Haltung: Ich bin überzeugt davon, dass du ein toller Mensch bist. Wenn du Freude an etwas hast, freue ich mich mit dir, und wenn dich etwas nicht glücklich macht, bin ich bei dir. Sätze wie „Ich bin ganz sicher, dass du das schaffst – versuch es ruhig einmal, ich helfe dir, wenn du mich brauchst – wenn es nicht beim ersten Mal gleich klappt, machen wir es einfach noch einmal – ich kann mich erinnern, dass du das neulich schon ganz super hingekriegt hast“ wirken oft Wunder und stärken das Selbstbewusstsein.

  1. Beschreibend loben

Dem Kind und seinem Tun echte Aufmerksamkeit schenken. Wenn ein Kind seinen Eltern ein aus eigener Motivation heraus selbst gemaltes Bild präsentiert, will es nicht einen flüchtigen Blick und ein übertriebenes „Wunderschön“ ernten. Es möchte, dass die Eltern sich mit seinem Werk beschäftigen, es möchte gesehen werden. Ein beschreibendes „Du hast ja lauter blaue Bäume gemalt, das fällt mir gleich auf! Und wie viel Mühe du dir mit dem bunten Regenbogen gegeben hast! Da warst du sicher lange beschäftigt, oder?“ bewerten die Leistung des Kindes mit keinem Wort und beschäftigen sich gleichzeitig intensiv mit dem Kind und seinem Werk. Am Ende bleibt beim Kind das Gefühl, wichtig zu sein und etwas geschaffen zu haben, das andere interessiert. Das macht stolz und streichelt das Selbstbewusstsein.

  1. Anerkennung in den schwachen Bereichen

Es ist nicht förderlich, Kinder wegen jeder Kleinigkeit in den höchsten Tönen zu loben. Vielmehr geht es darum, die Anstrengung zu honorieren, die ein Kind für etwas aufgebracht hat. Das Ergebnis sollte immer zweitrangig sein, die Anstrengung für das Lob entscheidend sein. Besonders wichtig ist hier das Augenmerk auf die Bereiche oder Tätigkeiten, die ein Kind weniger gut beherrscht. Wenn es schon immer wie ein Weltmeister geschickt auf Bäume klettern kann, weiß es um sein Talent und hat in Bezug auf Klettern großes Selbstvertrauen. Wenn es sich jedoch normalerweise nicht traut, vor anderen zu singen, nun aber einmal den Mut gefasst hat und lauthals Happy Birthday mitträllert, verdient es Lob. Und zwar unabhängig davon, ob es sich gut anhört. Lob verdient das Kind nämlich dafür, sich überwunden zu haben. Natürlich sollte niemand lügen und sagen „Toll hast du gesungen“, wenn es sich furchtbar schief angehört hat. Aber ein Satz wie „Es hat mich so gefreut, dass du mitgesungen hast, da hat es mir gleich doppelt so viel Spaß gemacht, und wir waren gemeinsam auch viel lauter“, entspricht der Wahrheit und tut trotzdem gut und motiviert für das nächste Mal.

  1. Zeit für selbst gewählte Aufgaben lassen

Kinder brauchen Aufgaben, die sie sich selbst stellen. Wenn ein Kind sich aus eigener Motivation heraus mit etwas beschäftigt, ist es viel enthusiastischer dabei, und damit steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg rapide an. Ob Hütten im Wald bauen oder einen Schal stricken – mit jeder gemeisterten Herausforderung erleben die Kinder: Ich kann etwas. Und dieses Gefühl ist die Quelle für ein gesundes Selbstbewusstsein, das sich auch auf andere Bereiche, zum Beispiel in er Schule, auswirkt.

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