Geschichte der Schule: Wer hat Schule erfunden?

Unterricht in der Schule

In Deutschland geht jedes Kind zur Schule. Es gibt staatliche und private Schulen sowie verschiedenste Konzepte. Schülerinnen und Schüler lernen dort nicht nur das Lesen und Schreiben, sondern auch unzählige andere Fähigkeiten. So ist der soziale Aspekt ebenfalls beachtlich. Doch seit wann gibt es öffentliche Bildungsstätten überhaupt und wer hat sie erfunden?

Wer hats erfunden: Ägypter oder Sumerer?

Sowohl bei den alten Ägyptern als auch bei den Sumerern aus Mesopotamien gab es weit vor Christi Geburt Schulen. Deshalb kann nicht eindeutig gesagt werden, wer als erstes Bildungshäuser erfunden hat.

Ab 2100 vor Christus unterrichteten die Sumerer einen Teil der Kinder in so genannten Tafelhäusern. Der Lehrer wurde dabei „Vater des Tafelhauses“ genannt. Er brachte den Jungen aus der Oberschicht das Lesen und Schreiben bei.

Die Etablierung der Schule ging mit der Entwicklung einer Schriftsprache einher. Die Sumerer erfanden die sogenannte Keilschrift, welche ursprünglich für Aufzeichnungen von Waren und Lebensmitteln gedacht war. Aus der Keilschrift entwickelte sich später die lateinische Schrift.

Auch im alten Ägypten wurde geschrieben. Bis heute sind die Menschen von den kunstvollen Hieroglyphen fasziniert. In den dortigen Schreiberschulen lernten die Kinder ebenfalls Schreiben und Lesen.

Zusätzlich wurden in den Anfangsjahren auch Mathematik, Astronomie und Geometrie vermittelt. Später kamen immer mehr Wissenschaften wie Traumdeutung, Geografie, Recht und Verwaltung hinzu. Aber auch bei den alten Ägyptern war die Entwicklung einer Schrift die Basis für die Entstehung von Schulen.

Übrigens standen die Schulen am Nil auch den Mädchen ab 5 Jahren offen. Dennoch waren es hier ebenfalls meistens die Jungen aus bessergestellten Familien, die sich ausbilden ließen.

Die anderen Zöglinge mussten oftmals sehr früh den Eltern bei deren Arbeit helfen. Im antiken Griechenland und im alten Rom wurden die Kinder auch beschult.

Schule in Deutschland: ein historischer Überblick

Altertum: Kirche sorgt für Bildung 

Nachdem das Römische Reich im 5. Jahrhundert nach Christus unterging, übernahm die Kirche den Bildungsauftrag. In den Klosterschulen wurden zukünftige Nonnen und Mönche ausgebildet. Außerdem boten viele Konvente auch dem adligen Nachwuchs ihre Dienste an. Der Unterricht erfolgte ausschließlich auf Latein.

13. Jahrhundert: Erste städtische Schulen

Mit dem Aufblühen der Städte im 13. Jahrhundert kam auch den städtischen Schulen immer mehr Bedeutung zu. Die städtischen Lehrer brachten den Kindern Rechnen, Schreiben und Lesen bei. Dabei gingen sie allerdings meistens nicht sehr zimperlich vor. Das Wissen wurde den Kindern oftmals auf grausame Art und Weise eingetrichtert.

Im Zuge der Reformation des 17. Jahrhunderts gewannen Naturwissenschaften immer mehr an Bedeutung. Dennoch blieb das bis dahin herrschende Schulsystem noch weitgehend bestehen.

19. Jahrhundert: Pädagogik

Erst Anfang des 19. Jahrhunderts änderte sich die Wissensvermittlung in den Schulen. Die damals eingeführten erzieherischen und pädagogischen Strukturen finden bis heute Anwendung.

Es kamen erstmals große Teile der Bevölkerung in den Genuss von Bildung. Ein wichtiger Name ist in diesem Zusammenhang Wilhelm von Humboldt. Sein Anliegen war es, eine Art Grundschule als Basis der Ausbildung einzuführen. Auch die ersten Gymnasien entwickelten sich.

Lehrplan seit 1837

Seit 1837 existiert in Deutschland ein verpflichtender Lehrplan. Dieser wird natürlich immer wieder den modernen Erfordernissen angepasst.

In der Blütezeit Deutschlands wurde zudem die Schulpflicht eingeführt. Sie ist dafür verantwortlich, dass bereits im Jahr 1846 rund 60 Prozent der deutschen Kinder eine Schule besuchten.

Einführung der Grundschule in der Weimarer Republik

Auch in der Weimarer Republik lagen der Regierung das Wohl und die Bildung der Kinder am Herzen. Die soziale Gerechtigkeit wurde durch die Einführung einer vierjährigen Grundschule verbessert. Zuvor gingen die Kinderaus einfacheren Gesellschaftsschichten auf die Volksschule, während die reicheren Kinder die sogenannten Vorschulen besuchten. Dort wurden die Schüler auf eine akademische Laufbahn auf dem Gymnasium und der Universität vorbereitet. Mit der neu geschaffenen Grundschule besuchten nun Kinder aus allen Schichten in den ersten vier Schuljahren die gleiche Einrichtung.

Schule im Nationalsozialismus

Im Nationalsozialismus wurden viele moderne Errungenschaften wieder eingestampft. So durften nur noch bestimmte Kinder die höhere Schule besuchen. Anstatt der Leistung war damals die Rassenzugehörigkeit das entscheidende Auswahlkriterium. Auch das vermittelte Wissen wurde entsprechend der Ideologie der Herrscher angepasst.

Nach Ende des 2. Weltkrieges erblühte in Deutschland wieder das dreigliedrige Schulsystem.

Bildung ist Länderaufgabe

Schule ist Deutschland Länderaufgabe. Jedes Bundesland ist grundsätzlich für die eigene Bildung verantwortlich. Deshalb unterscheiden sich auch Ferien- und Einschulungstermine. Allerdings gibt es seit 1949 eine übergreifende Behörde, die Ständige Konferenz der Kultusminister und Länder, die für gesamtdeutsche Themen zuständig ist. Sie garantiert unter anderem, dass die Leistungen der Schüler aus verschiedenen Bundesländern vergleichbar sind.

Schulpflicht in der Kritik

Während viele Kinder immer noch ihrem ersten Schultag entgegenfiebern, begeistert Schulranzen aussuchen und motiviert Einladungskarten für die Einschulung gestalten, wird Schule in einem Teil der Bevölkerung immer unbeliebter.

Unzufriedene Schüler

Eine Studie, die in 16 Ländern und mit rund 56 000 Schülern durchgeführt wurde, zeigt, wie unbeliebt die Bildungsstätten bei deutschen Kindern sind. Hierzulande gehen die Kinder am wenigsten gerne zur Schule. Nur in Südkorea und Großbritannien zeichnet sich ein ähnlich negatives Bild ab.

Verantwortlich für die große Abneigung von Schule gerade bei älteren Kids ist unter anderem das Mobbing, welchem sie teilweise ausgesetzt sind.

Freilerner

Immer mehr Familien verweigern sich der Schulpflicht. Bekannt sind rund 3000 Freilerner, die in Deutschland gemeldet sind. Die Dunkelziffer ist vermutlich höher.

Unzählige Eltern verlassen jedes Jahr das Land, weil sie sich der deutschen Schulpflicht nicht unterwerfen wollen. Natürlich existiert auch in vielen anderen Ländern eine Schulpflicht, deren Ausführung ist allerdings eine völlig andere. Im Nachbarland Österreich besteht beispielsweise eine reine Bildungspflicht. Dabei darf der Unterricht auch zu Hause erfolgen.

Regelmäßig werden Petitionen auf den Weg gebracht, mit den Bemühungen, die deutsche Schulpflicht abzuschaffen oder abzuwandeln.

Die Corona-Pandemie trug ihr Übriges zum Schulverdruss einiger Elternbei. Die Erziehungsberechtigten wollten ihre Kinder nicht den erschwerten Bedingungen des Schulbetriebs aussetzen. Sie protestierten gegen die Anwesenheitspflicht. Allerdings gilt in Deutschland nach wie vor die Schulpflicht, weshalb eine Verweigerung des Schulbesuchs mit einer Strafe von bis zu 5000 Euro belangt werden kann.

Freie Schulen, neue Schulkonzepte

Während die Schulpflicht immer wieder in der Kritik steht, so sprießen gleichzeitig neue Schulen und Schulkonzepte aus dem Boden. Selbst Prominente wie Nena oder Jörg Pilawa haben mittlerweile eigene freie Schulen gegründet.

Möglich, dass nicht die Schulpflicht das wirkliche Problem ist, sondern die Herausforderung, eine passende Schule zu finden. Konzepte gibt es mittlerweile unzählige. Neben Montessori und Waldorf finden sich noch zahlreiche weitere alternative Schulen mit reformpädagogischen Konzepten.

Vielleicht ist es wichtiger, sich auf die Natur des Lernens zu konzentrieren als auf die Abschaffung der Schulpflicht. Denn der Mensch will sich permanent mit Wissen bereichern. Dauerhaft im Kopf hängen bleibt aber nur das, wofür sich der Mensch gerade wirklich interessiert (intrinsische Motivation) und/oder was er im Alltag gebrauchen kann.

Ein liebevoller und respektvoller Umgang mit Kindern ist heute auch in vielen staatlichen Schulen zu finden. Ob allerdings ein strikter Lehrplan, Pausenglocken und einheitliche Altersklassen vorteilhaft sind, bleibt zu diskutieren.


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